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#Berlinale Empfehlung der Redaktion: Hemel & Zwischen uns das Paradies

Es ist wieder soweit – die Berlinale ist seit dem 11.2.2016 im vollen Gange und wir möchten euch ein ganz besonderen Film vorstellen, der bereits 2012 den FIPRESCI-Preis gewonnen hat. „HEMEL“ ist ein ausgezeichneter Debütfilm der niederländischen Regisseurin Sacha Polak, die auch im letzten Jahr mit dem Film „Die getäuschte Frau“ auf der Berlinale vertreten war. Das Drehbuch zu dem Film „Hemel“ schrieb Helena van der Meulen.

 

Sacha Polak widmet sich in ihren Werken ganz den Frauen. Die zierliche, androgyne Hemel (niederländisch für „Himmel“) ist eine junge und attraktive Frau mit einem Vaterkomplex, die man mit ihrem unersättlichen Durst nach Sex und Provokation eher mit „Hölle“ in Verbindung bringt. Ihre Wortwahl ist derb und überall wo sie ist, eckt sie an. Die sexuellen Begegnungen sind immer One-Night Stands und reine Bedürfnisbefriedigung. Gleich zu Beginn des Films räkeln sich die zwei nackten Körper im unnatürlich gleißenden Licht, jeder Makel an ihnen wird so offenbart. Der Sex wirkt leblos, zwischen ihnen gibt es keine echte Intimität.
 

 
Mit ihrem Vater Gijs, einem erfolgreichen Kunsthändler und der selbst viele wechselnde Partnerinnen hat, führt sie seit dem Tod ihrer Mutter eine symbiotische Beziehung, in der das normale Vater-Tochter-Verhältnis aus den Fugen geraten ist. Beide dulden keine Verbindlichkeit in den jeweiligen Affären. Bei Gijs kann sie außerdem die Nähe zulassen, die sie anderen Männern verweigert. Sacha Polak schafft es, ihren Figuren immer nah zu bleiben, stets mit einem empathischen Blick auf die innere Zerissenheit. Ohne zu verurteilen, ohne kühle Intellektualität. Der Film ist zudem in mehrere Episoden unterteilt, die assoziationsreiche Titel tragen: Genitale Phase. Mohammed. Ein normaler Tee.
So schwingt sich der Zuschauer, ebenso wie die unstete und sexhungrige Hemel, von einem Ereignis zum Nächsten. Von einem Moment in den nächsten, ohne Weitblick – dies zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Film.

 

Auch Gijs kann sich nicht von seiner erwachsenen Tochter abnabeln, so trägt er sie eines Nachts auf die Toilette, weil sie sonst in ihr Bett nässen würde. Hemel steckt im Körper einer erwachsenen Frau und ist dennoch so nähe – und hilfebedürftig wie ein Kind. Als sich ihr Vater Gijs in Sophie verliebt und beschließt, mit ihr in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, bricht für Hemel eine Welt zusammen.

 

Sie wagt den Versuch, sich von ihrem Vater endgültig zu lösen und fährt mit dem deutlich älteren Douwe, einer Affäre, an den Strand. Hemel will plötzlich eine Beziehung, sie mag ihn so sehr, dass sie „in ihm wohnen“ wollen würde. Liebe ist für Hemel nach wie vor Symbiose, die Verschmelzung von zwei Personen. Der Sex ein Mittel zum Zweck. Als sie von ihm abgewiesen wird, hat sie niemanden, dem sie sich anvertrauen kann. So sucht die erschütterte Hemel Zuflucht bei einer Arbeitskollegin ihres Vaters, die über ihren Besuch überrascht ist . Bei einem Tee führen sie nur Small – Talk, Trost findet sie dort nicht.

 

Zwischen uns das Paradies, von Jasmila Zbanic:

 

„Zwischen uns das Paradies“ ist ein Film von Jasmila Zbanic („Lost and Found“), der 2010 auf der Berlinale im Wettbewerb um den Goldenen Bären vertreten war.

Jasmila Zbanic thematisiert in ihrem Film die zunehmende Ausbreitung des fundamentalen Glaubens und den Einfluss auf die bürgerliche Gesellschaft in Europa, vor allem in Bosnien Herzegowina in den Jahren nach dem Jugoslawien – Krieg.

Der Film besticht vor allem durch seine Aktualität, die ihn auch noch im Jahr 2016 sehenswert machen. Mit „Zwischen uns das Paradies“ ist Jasmila Zbanic ein lebensnahes Portrait vom Schicksal zweier Menschen gelungen, einem jungen bosnischen Paar, die anfangs füreinander bestimmt zu sein scheinen und am Ende getrennte Wege gehen.

 

 

Luna, eine junge und attraktive Flugbegleiterin, liebt ihren Freund Amar, der als Fluglotse arbeitet. Sie sind ein glückliches Paar und wünschen sich sehnlichst ein Kind. Doch sie teilen nicht nur Tisch und Bett, sondern auch Probleme: Amars häufige Kneipenbesuche belasten die Beziehung und als er am Arbeitsplatz beim Trinken erwischt und gefeuert wird, müssen sich die beiden fragen, wie es weiter gehen soll. Luna stellt ihre Bedürfnisse hinten an, um für Amar da zu sein. Eine Aufgabe die ihr viel abverlangt, ihre Liebe, Loyalität und ihr Pflichtgefühl auf eine harte Probe stellt. Ein alter Freund, ein streng gläubiger Anhänger des Islam, bietet Amar einen Job in einem Wahabiten-Camp auf dem Land an. Doch kaum hat Amar die Stadt verlassen, bricht der Kontakt zu Luna ab. Wochen später kehrt er völlig verwandelt zurück. Amar ist überzeugt, dass dieser Ort ihm Frieden geschenkt und glücklicher gemacht hat. Bald erwartet er auch von Luna, sich zu ändern, denn ihr moderner Lebenswandel passt nicht zu seinen neuen Werten. Als Luna eines Morgens Amar betend neben dem Bett findet, wird ihr klar, wie tiefgreifend er sich verändert hat. Die beiden scheinen sich immer mehr voneinander zu entfernen. Und doch glaubt Luna fest an eine gemeinsame Zukunft, in der sie ihre Liebe retten und doch auch sich selbst treu bleiben kann.

Jasmila Zbanic verzichtet in ihrem Film ganz bewusst auf Erklärungsversuche und bleibt immer hautnah an den Figuren und der Liebesgeschichte, so dass der Zuschauer sich seine eigene Meinung bilden muss.

 

Mehr sehenswerte Filme zum „Themenkino – Berlinale Special“ findet ihr hier. http://www.netzkino.de/themenkino

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Themenkino Bollywood

Wir lieben Bollywod. Und deshalb haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, euch die größten Bollywood-Stars in unseren Themenkino zu präsentieren. Mit dabei sind großartige Schauspieler wie Hrithik Roshan („Man lebt nur einmal“, „Jodhaa Akbar“), Karisma Kapoor („Andaz Apna Apna“, „Zubeidaa“), Aamir Khan („3 Idiots“, „Lagaan – Es war einmal in Indien“), Amitabh Bachchan („Der große Gatsby“, „In guten wie in schweren Tagen“ ) und natürlich darf der Superstar unter den indischen Schauspielern nicht fehelen: Shah Rukh Khan, bekannt aus den wunderbare Bollywoodfilmen „Swades – Heimat“, „My Name Is Khan“ oder „Indian Love Story – Kal Ho Naa Ho (2003)“.

 

Wer den großen Khan gleich in Action sehen möchte, der sollte unbedingt den Bollywood-Streifen „Asoka – Der Weg des Kriegers“ anschauen. Der etwas andere Bollywood-Movie ist ein actionreiches und mehrfach ausgezeichnetes Historienspektakel. Jetzt direkt hier ansehen!

 

 

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Was sind eure Lieblings-Bollywoodfilme und welche Bollywoodstreifen wollt ihr kostenlos auf Netzkino sehen? Schreibt uns in den Comments und wenn euch Netzkino geäfllt, dann folgt uns auf Facebook, Twitter oder Google+.

 

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