Cannes

Hollywood, Drogen und Investmenttipps – Die 69. Internationalen Filmfestspiele von Cannes: Ein Überblick

Ab heute blickt wieder für 11 Tage die gesamte Filmwelt nach Frankreich, genauer gesagt nach Cannes. Denn dort beginnen die 69. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Eröffnet werden die Festspiele zum dritten Mal von niemandem geringeren als Woody Allen, welcher dort seinen neuen Film „Café Society“ präsentieren wird.

„Café Society“ spielt in den 1930er-Jahren und erzählt die Geschichte von einem Mann, welcher in dem New Yorker Stadtteil Bronx aufwuchs, jedoch familiäre Verbindungen in die Traumfabrik besitzt. Bobby, gespielt von Jesse Eisenberg, entschließt sich deshalb zu seinem Onkel Aaron nach Hollywood zu gehen. Doch sein Versuch im Filmgeschäft Fuß zu fassen, bringt ihm auch die Schattenseiten des Showbusiness näher. Ähnlich wie in Brechts Hollywoodelegien beginnt der Protagonist, seelisch aus dem Gleichgewicht zu fallen. Auch die beiden Damen Theresa (Kristen Stewart) und Kat (Blake Lively) scheinen ihm da keine große Hilfe zu sein. Mit einer Starbesetzung inszeniert Allen einen Film, welcher den Mythos der Traumfabrik Hollywood aus verschiedenen Sichtweisen zeigt.

 

Die Goldene Palme

Im Wettbewerb um die Goldene Palme werden 21 Filme zu sehen sein, darunter auch ein deutscher. Der Andrang auf dieses Festival war so groß, wie noch nie zuvor. Über 1860 Filme haben sich beworben und es werden über 4600 Medienvertreter anwesend sein.
Für eine Sensation bei der Ankündigung der Filme sorgte der Film „Toni Erdmann“. In den letzten drei Jahrzehnten ist es erst zehnmal vorgekommen, dass ein deutscher Film für die Goldene Palme nominiert wurde. Der Film der Regisseurin und Berlinale-Gewinnerin Maren Ade handelt von einer Vater-Tochter-Beziehung der anderen Art, verschiedener sie nicht sein kann. Ines (Sandra Hüller) ist eine ehrgeizige Frau, welche dabei ist, die Karriereleiter steil nach oben zu steigen. Ihr Vater Winfried (Peter Simonischek) hingegen ist ein gefühlvoller Musiklehrer, der mit seinem Hund zusammenlebt. Als dieser jedoch unerwarteterweise stirbt, fängt er an seine Tochter des Öfteren zu besuchen. Aufgrund der verschiedenen Lebensstile ist es kein Wunder, dass es bald schon zwischen den beiden kracht. Und plötzlich verwandelt sich Winfried in sein Alter Ego Toni Erdmann, welcher vorgibt, der Coach von Ines‘ Chef zu sein. Auch wenn die deutsche Filmbranche Maren Ade die Daumen drückt, ist die Konkurrenz jedoch groß!

 

Mit „American Honey“ inszeniert Andrea Arnold die Geschichte eines Mädchens, welches von Zuhause abgehauen ist und sich nun mit ihren Freunden durch die USA schlägt. Auf ihrer Reise macht sie das erste Mal Erfahrung mit Drogen, Alkohol und Partys. In dem Film zu sehen sein wird unteranderem Shia LaBeouf, bekannt aus Transformers und Arielle Holmes.
Nach fast 10 Jahren wird mit „The Last Face“ ein Film ins Rennen gehen, in dem Sean Penn wieder Regie führt. In dem Film müssen Charlize Theron, Javiar Bardem und Jean Reno als Vertreter einer Hilfsorganisation in einem von Unruhen erschütterten Krisengebiet in Afrika moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen, welche nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

Aber auch der Niederländer Paul Verhoeven, welcher schon bei RoboCop, Total Recall und Basic Instinct Regie führte, wird ins Rennen um die Goldene Palme ziehen. Mit „Elle“ bleibt er seiner Thematik von Sex und Gewalt treu. Die Geschäftsfrau Michéle (Isabelle Huppert) wird in ihrem eigenen Haus von einem Fremden überfallen und vergewaltigt. Nun beschließt sie auf eigene Faust ihren Rachefeldzug durchzuziehen, welcher jedoch schnell außer Kontrolle gerät.

Bewertet werden die Filme von einer neunköpfigen Jury unter der Leitung des australischen Regisseurs und Produzenten George Miller, welcher im Februar auch schon beim César, dem französischen Filmpreis, als bester Regisseur mit seinem Film „My Golden Days“ ausgezeichnet wurde. Abgesehen von Valeria Golini, Arnaud Desplechin, László, Vanessa Paradis, Katayoon Shahabi und Donald Sutherland sind in der Jury auch die bekannten Schauspieler Kirsten Dunst (Fargo) und Mads Mikkelsen (Casino Royale) vertreten.

Alle teilnehmenden Filme

Neben Woody Allens „Café Society“ werden noch weitere Filme mit Starbesetzung in der Kategorie „Außer Konkurrenz“, also ohne Wertung, gezeigt werden. Mit „Money Monster“ präsentiert Jodie Foster als Regisseurin einen Thriller mit Starbesetzung. Lee Gates (George Clooney) leitet eine Fernsehsendung, in der er Investmenttipps gibt. Als Kyle Budwell (Jack O’Connell) diese jedoch befolgt und dabei scheitert, beschließt der Familienvater, der alles verloren hat, Gates als Geisel zu nehmen. Auch zu sehen sein wird „The Nice Guys“ unter der Regie von Shane Black, in dem der Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) zusammen mit Jackson Healy (Russel Crowe) versucht den Fall des verschwundenen Mädchens Amelia (Margaret Qualley) zu lösen und dabei gleich eine Verschwörung mit aufdecken.

Angesichts der immer noch sehr hohen Terrorgefahr in Frankreich werden die diesjährigen Festspiele unter den schärfsten Sicherheitsvorkehrungen in der Geschichte des Festivals stattfinden. Neben den lokalen Sicherheitskräften werden auch Hunderte Polizisten aus dem gesamten Land an die Côte d’Azur verlegt. Wie Euronews berichtet, gab es bereits Ende April eine großangelegte Anti-Terror-Übung, an dem alle möglichen Situationen durch Spezialeinsatzkräfte getestet wurden. Des Weiteren soll jeden Morgen das gesamte Festivalgelände nach Sprengstoff durchsucht werden. Auch zum Schutz der Stars auf dem Roten Teppich will der Betreiber mit 400 Sicherheitskräften den Eingangsbereich vermehrt kontrollieren.

 

Für alle, die nicht dabei sein können, aber trotzdem sich die Festspiele ansehen wollen, gibt es einen Livestream auf YouTube:

 

Quellen:
Festival de Cannes – 10. Mai. 18:30 Uhr
RP-Online – 10. Mai 2016, 18:00 Uhr

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